Hajj

Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.

Ich hatte dieses Jahr die Ehre Allahs Haus gleich zwei Mal zu besuchen. Nach der Umra im April hat mich Allah auch zur Hajj eingeladen. Ich weiß nicht womit ich arme Seele das verdient habe, aber meine Dankbarkeit Allah gegenüber, mich als Gast aufgenommen zu haben, kann man nicht in Worte fassen. Nun bin ich seit ein paar Tagen zurück und versuche mich wieder an den Alltag, an die Menschen und an das kalte Klima zu gewöhnen.

Während unseres Besuches in einem Dattelhain in Madinah al-Munawwarah sagte ein Bruder: “Schwester, ich erwarte von dir, dass du nach deiner Rückkehr, den Schwestern dort deine schönen Erfahrungen berichtest, und nächstes Jahr mit mindestens 10 Schwestern zur Hajj kommst. Die Muslime sammeln das ganze Jahr über Geld, um Urlaub in fremden Ländern zu machen. Sie verschwenden ihr Geld für nichts und wieder nichts, wo doch die schönste Reise, die Reise zum Hause Allahs ist. Erkläre den Schwestern die Wichtigkeit dieser Reise und die Belohnung, die sie erwartet, ermuntere sie zum Hause Allahs zu reisen.”

Liebe Geschwister, wartet nicht!
Wartet nicht, bis die Schule oder die Uni zu Ende ist, bis die Kinder groß sind, bis ihr mehr Geld oder mehr Zeit habt. Wartet nicht, bis ihr alt und gebrechlich seid (leider ein Fehler, den sehr viele Muslime machen), um diese wichtige Reise anzutreten, denn sie nimmt sehr viel Kraft und Energie in Anspruch. Lasst euch nicht von trivialen Dingen aufhalten, sagt Bismillah, fasst eure Absicht und bittet Allah um Hilfe. Wenn ihr aufrichtig in eurem Begehren seid, wird Allah euch einen Weg zeigen, und euch zu Sich einladen.

Stellt euch vor, fast 24 Stunden am Tag mit der Anbetung Allahs zu verbringen. Die ganze Welt hinter sich zu lassen, und in Demut vor Seinem Haus zu stehen. In Tränen seine Schwächen und Fehler zu gestehen und um Vergebung zu bitten. Jeden Augenblick mit dem Gedenken Allahs zu verbringen, umgeben von Tausenden Dienern Allahs. Kein anderes Erlebnis kann schöner sein als das.

Ich habe sehr viele Eindrücke gesammelt, unvergessliche Momente erlebt und neue Freunde gewonnen.

Und hier ist ein kleiner Ausschnitt davon: Da ich während der Umra viele Bilder und Aufnahmen gemacht hatte, nahm ich mir vor, meine Zeit während der Hajj nicht mehr dafür zu nutzen, aber an diesem Tag war es diese Aufnahme wert denke ich, weil mich diese Menschenmenge einfach überwältigt hat. Die Aufnahme habe ich mit meinem Handy gemacht, deshalb ist die Qualität nicht besonders gut, aber es reicht um sich einen Eindruck zu machen.

Es war der erste Tag von Eid al-Adha, und die Pilger sind gerade dabei Tawaf al-Ifadah (az-Ziyarah) zu vollziehen. Alle Stockwerke sind bis zum Rande voll…

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Das Streben von Ibn Abbas (r.a.)

Es wird berichtet, dass Abdullah bin Abbas (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte:

„Nachdem der Gesandte Allahs (Friede und Segen auf ihn) gestorben war, sagte ich zu einem Mann von den Ansar, „Komm, lass uns die Gefährten des Propheten (Friede und Segen auf ihn) fragen [und von ihnen lernen], denn heute ist ihre Anzahl groß.“

Er antwortete: „Du erstaunst mich Ibn Abbas – glaubst du wirklich, dass die Menschen dich brauchen, wo es doch so viele Gefährten des Propheten gibt?“

So beteiligte er sich nicht an dieser Bemühung, aber ich beschäftigte mich mit dem Fragen [der Gefährten nach Angelegenheiten].

Wenn ich hörte, dass ein Mann eine Überlieferung (Hadith) berichtet hatte, würde ich zu ihm gehen, und wenn er gerade beim Mittagsschlaf war, würde ich meine Kleidung ausbreiten, mich hinlegen und draußen auf ihn warten, während der Wind Staub in mein Gesicht wehte.
Der Mann würde [für Dhuhr] herauskommen und mich in diesem Zustand sehen, und rufen: „O Neffe des Gesandten Allahs! Was bringt dich her? Hättest du nach mir gesandt, wäre ich zu dir gekommen!“
Ich würde sagen: „Vielmehr muss ich zu dir kommen [um Wissen zu erlernen].“ Dann würde ich ihn nach der Überlieferung fragen.

Der Mann, den ich ursprünglich einlud mit mir nach Wissen zu streben, [lebte lange und] blieb wie er war, und als er sah, wie sich die Menschen um mich versammelten [um Wissen zu erlernen], sagte er: „Gewiss, dieser junge Mann war klüger als ich.““

[Ad-Darimi, as-Sunan]

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Seid von den Sabiquun!

Neulich habe ich fast das Fajr-Gebet (Morgengebet) verpasst. Mein Wecker klingelte, ich sah nach der Zeit und dachte, „die Zeit für Fajr hat gerade erst begonnen, ich kann noch für ein paar Minuten schlummern“. Bekanntlich wandelten sich diese „paar Minuten“ in noch viele weitere Minuten, und als ich meine Augen öffnete, waren da nur noch zehn Minuten bis zum Sonnenaufgang.
Nach einem sehr eiligen Gebet, erinnerte ich mich an diesen schönen Vers:

Hierauf gaben Wir das Buch denjenigen von Unseren Dienern, die Wir auserwählten, zum Erbe. Mancher von ihnen tut sich selbst Unrecht, mancher von ihnen zeigt ein gemäßigtes Verhalten, und mancher von ihnen geht mit den guten Dingen mit Allahs Erlaubnis voran. Das ist die große Huld. [35:32]

Allah, der Erhabene, berichtet uns in diesem Vers über drei Kategorien von Menschen:

  1. Die dhalimun linafsih: Der, der seiner eigenen Seele Unrecht tut.
  2. Die muqtasid: Eine Person, die ausgewogen ist. Er führt die Pflichten aus und meidet das Verbotene, jedoch verrichtet er keine empfohlenen Taten und meidet nicht die unerwünschten Taten.
  3. Die sabiqun bilkhayraat: Der, der schnell oder der Erste im Verrichten guter Taten ist. Er verrichtet nicht nur die Pflichten und meidet das Verbotene, sondern führt auch das Empfohlene aus und meidet das Unerwünschte.

Wir sollten alle in der dritten Kategorie sein wollen. Aber die Wirklichkeit ist etwas anders. Der Unterschied zwischen diesen Gruppen kann im Gebet gesehen werden. Manche verbinden die Gebete ohne einen zulässigen Grund, oder lassen sie ganz aus – diese Person hat sich selbst Unrecht getan. Eine andere Person, der durchschnittliche Muslim inschaAllah, wird innerhalb der vorgeschriebenen Zeit beten, was vollkommen annehmbar und gut ist. Aber die dritte Kategorie – ist die Person, die das Gebet so sehr liebt, dass sie vorzeitig ankommt und voller Erwartung auf das Gebet wartet. Er gehört zu den sabiquun. Weiterlesen

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Ramadan

Einige der Salaf plegten zu sagen:
„Wahrlich Allah, der Erhabene, hat den Monat Ramadan zu einem Wettkampf für Seine Schöpfung gemacht, darin wetteifern sie miteinander nach Seinem Wohlgefallen, indem sie Ihm gehorchen. So belegt eine Gruppe den ersten Platz, und ist erfolgreich, und eine andere Gruppe kommt zuletzt, und scheitert.“
[Lata’if ul-Ma’arif; ibn Rajab]

Wetteilt zu Vergebung von eurem Herrn und (zu) einem (Paradies)garten, dessen Breite wie die Breite der Himmel und der Erde ist, bereitet für diejenigen, die an Allah und Seine Gesandten glauben. Das ist Allahs Huld, die Er gewährt, wem Er will. Und Allah besitzt große Huld. [57:21]

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Er gibt und Er hält zurück

Manchmal wird uns in dieser Dunya etwas gegeben, dass wir nicht wollten oder worum wir nicht baten, und manchmal ist etwas, dass wir uns so sehr wünschen, unerreichbar. Allah (azza wa jall) hält einige Dinge vor uns zurück; Dinge, die sich unsere Herzen vielleicht innigst wünschen. Und manchmal wiederum, legt Er uns die Welt vor die Füße.
Er wählt, Er befiehlt, und Er regelt unsere Angelegenheiten mit einer Weisheit, die nur Er besitzt.
So schweben wir zwischen dem was uns an Wünschen erfüllt wird, und dem, was uns stattdessen gegeben wird. Der Kluge begreift daher, dass er oder sie zwischen der Geduld und Dankbarkeit in der Schwebe bleibt.

Würde Er die Dunya uns überlassen, und uns jeden Wunsch, jedes Bedürfnis und jede Begierde erfüllen, dann würden wir Ihn wahrlich vergessen, und wir wären ohne Recht überheblich im Lande.
So enthält Er (subhanahu wa ta’ala) uns einige Dinge vor und gibt uns andere, damit wir als Gläubige, als Demütige, und stets in einem Zustand von iftiqar (dringend angewiesen) Seiner Erhabenheit gegenüber bleiben.

Wenn Allah all Seinen Dienern unbegrenzt geben würde, würden sie zügellos Untaten auf Erden begehen. Er gibt aber nach Maß, wie Er will. Er kennt Seine Diener bestens und sieht sie genau. [42:27]

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Ratschlag von Sufyan ath-Thawri (4)

Sufyan ath-Thawri (rahimahullah) schrieb einem seiner Brüder:

Möge Allah mit Seiner Gnade, sowohl dich als auch mich vor dem Höllenfeuer schützen.

Ich rate sowohl dir als auch mir Allah zu fürchten.

Und ich warne dich davor, dich der Unwissenheit zuzuwenden, nachdem du gelernt hast; dich der Vernichtung zuzuwenden, nachdem du die Wahrheit gesehen, und sie anerkannt hast; und dich vom geraden Weg abzuwenden, nachdem er dir deutlich gemacht wurde.

Lass dich nicht täuschen von weltlichen Menschen, und sei nicht übermäßig beeindruckt von ihrer Art nach irdischen Dingen zu streben und diese gierig anzuhäufen, denn der Terror (der sie am Tage der Auferstehung einhüllen wird) ist wahrlich schlimm.

Die Gefahr (am Tag des Gerichts) ist in der Tat ernst, aber viel ernster ist, dass sie nahe ist.

So beschäftige dich ausschließlich mit dem Jenseits, und leere dein Herz von allen anderen Gedanken; sobald du das getan hast, arbeite hart!
Verschwende keine Zeit!
Und fliehe vor der Welt und ihren Versuchungen!
Reise ins Jenseits (mit deiner Anbetung), bevor du dorthin gebracht wirst …. Ich habe dir wahrlich den gleichen Rat gegeben, den ich mir selbst gegeben habe.

Und begreife, dass der Erfolg von Allah (subhanahu wa ta’ala) kommt. Der Schlüssel Seine Hilfe zu erlangen ist Du’a (Bittgebete), Gebet, Reue für die vergangene Nachlässigkeit, und vollkommene Unterwerfung.

Deine Tage und Nächte sind gezählt, so nutze die verbleibende Zeit weise, und sei nicht nachlässig darin, die Rechte deines Herrn zu erfüllen.

Ich bitte Allah, der uns damit segnete Ihn zu kennen, uns nicht uns selbst zu überlassen; und ich bitte Allah unser Beschützer und Helfer zu sein, so wie Er der Beschützer und Helfer seiner geliebten, rechtschaffenen Diener ist.
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Hinweg mit Sünden

Hütet euch! Hütet euch vor ungehorsamen Taten, denn sie haben sehr böse Konsequenzen.
Hütet euch! Hütet euch vor Sünden, vor allem vor Sünden, die heimlich (im Privaten) begangen werden.
Gewiss, das Konkurrieren mit Allah veranlasst eine Menschen vom Anblick Allahs zu fallen. Der Genuss des Ungehorsams bringt nichts als fortwährende Nachlässigkeit.

Was den Gläubigen betrifft, der wachsam (auf der Hut) ist, dieser findet keine Freude an Ungehorsam. Denn wenn er anfängt Freude daran zu haben, steht das Wissen über dessen Verbot vor seinen Augen. Seine Scheu vor dessen Folgen steht ebenfalls vor ihm.
Falls seine Erkenntnis (über Allah) stark ist, sieht er Allah mit den Augen seines Wissens.
Sein Leben gerät durcheinander, wenn er anfängt Gefallen (am Sündigen) zu finden.
Wenn die Trunkenheit seiner Begierden ihn überwältigt, ist das Herz beunruhigt durch das viele Nachdenken und Überlegen.

Wenn diese Veranlagung in seinem Wunsch ist, ist das nur für einen Moment. Danach ist es ewige Schande, stetige Reue, ständiges Weinen, und Bedauern über das Geschehene.
Dies hält für eine lange Zeit an, dermaßen dass, selbst wenn er überzeugt ist, dass ihm vergeben wurde, die Angst vor Tadel noch vor ihm steht.

So hinweg mit Sünden! Wie hässlich ihre Folgen doch sind! Und welch schlechte Nachricht sie bringen! Hinweg mit Begierden!

[Ibn al Jawzi; Said al-Khatir]

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