25. Dezember 2009

Von unseren Vorbildern.. (2)

Abdullah ibn Mas’ud (radhiyAllahu anhu) sagte: „Bei Allah, eine Person, die den Leuten in jeder Sache nach der sie ihn fragen, ein Urteil (fatwa) abgibt, ist wahrlich verrückt.“ Al-A’amash (einer der Überlieferer) sagte: „Al-Hakam sagte zu mir: „Wenn ich diesen Hadith von dir gestern gehört hätte, hätte ich (an diesem Tag) zu vielen Fällen, zu denen ich Fatawa abgegeben habe, keine abgegeben.““

Es wird berichtet, dass Abdur-Rahman ibn Bishr al-Azraq sagte: „Zwei Männer traten durch die Tore von Kinda ein, während Abu Mas’ud al-Ansari in einer Versammlung saß.
Einer der Männer sagte: „Gibt es hier einen Mann, der zwischen uns richten kann?“
Einer aus der Versammlung sagte: „Ich kann.“ Da ergriff Abu Mas’ud eine Handvoll Kieselsteine und schlug ihn damit. Dann sagte er zu ihm: „Wahrlich, es galt als verhasst, dass man darin hastet ein Urteil (fatwa) abzugeben.“

Al-A’amash sagte: „Ich habe nie gehört, dass Ibrahim (an-Nakha’i) je seine Meinung über eine Sache äußerte.“

Al-Qasim ibn Muhammad sagte: „Dass ein Mann sein ganzes Leben in Unwissenheit verbringt ist für ihn besser, als ohne Wissen Rechtssprüche (fatawa) abzugeben.“

[Kitab al-’Ilm von Imam an-Nasa’i]

Bescheidenheit im Wissen, Arroganz im Unwissen

21. Dezember 2009

Esst von den guten Dingen und tut Rechtes

O ihr Menschen, esset von dem, was es auf der Erde an Erlaubtem und Gutem gibt, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; denn er ist euer offenkundiger Feind. [2:168]

Allahs Gesandter (sallallahu alayhi wa sallam) hat gesagt:
„Niemand hat besseres Essen gegessen als der, der von (dem Ertrag) der Arbeit seiner Hände isst …“ (Bukhari)

Dawud (alayhissalam) aß nur von dem, was er mit seinen eigenen Händen verdient hatte.
Einige der Salaf sagten: „Manche Sünden werden nur durch das Streben nach erlaubten (halal) Lebensunterhalt gesühnt.“

Es wird berichtet, dass Isa (alayhissalam) einen Mann sah, und fragte: „Was machst du?“
Er sagte: „Ich verrichte Gottesdienst (Ibadah).“
Isa fragte: „Wer sorgt für dich?“
Er sagte: „Mein Bruder.“
Er fragte: „Wo ist dein Bruder?“
Der Mann sagte: „Auf dem Feld.“
Er sagte: „Dein Bruder ist eher ein Diener Allahs als du!“

Im Islam, bedeutet Gottesdienst mehr als nur auf den Beinen zu stehen – d.h. im Gebet zu stehen, während andere für dich den Lebensunterhalt verdienen. Vielmehr sollte man sowohl Gottesdienste verrichten, als auch einem erlaubten Erwerb nachgehen.

Nicht abhängig von anderen Personen zu sein, indem man seinen eigenen Unterhalt verdient, ist eine große Ehre und Stärke meine Brüder, so sehr, dass der Kalif Umar ibn al-Khattab (radhiyAllahu anhu) sagte: „Ich würde es nicht vorziehen in einer besseren Lage zu sterben, als in der, wo ich für meine Familie kaufe oder handle.“

Luqman sagte zu seinem Sohn: „O Sohn vermeide die Armut mittels erlaubtem Erwerb, denn keiner wird arm, ohne drei Eigenschaft anzunehmen:
- Nachgiebigkeit in seiner Religion
- Geistesschwäche
- Verlust der Männlichkeit und des Ehrgefühls.“ Weiterlesen →

15. Dezember 2009

Solange du noch kannst…

Ibrahim at-Taymi (einer der großen Imame und Rechtsgelehrten in Kufa) sagte:

„Ich stellte mich selbst im (Paradies)Garten vor, wie ich von den Früchten aß, die Jungfrauen umarmte, und dessen Wonnen genoss, und dann fragte ich mich: „Mein Ich, was wünscht du dir?“ Es antwortete: „Ich will auf die Erde zurückkehren, um mehr von den Taten zu verrichten, durch die ich das hier erlangte.“
Dann stellte ich mich selbst in der Hölle vor, wie ich in ihrem Feuer brannte, ihr heißes Wasser trank, und ihre bitteren Früchte aß. Ich fragte mich selbst: „Was wünscht du dir?“ Es antwortete: „Auf die Erde zurückzukehren und Taten zu verrichten, durch die ich mich hiervon befreien kann.“
Also sagte ich zu mir selbst: „Mein Ich, du hast was du wolltest, also WIRKE!““

[Al-Wasiyyah von ibn Qudama al-Maqdisi]

13. Dezember 2009

Wie ein guter Baum

Das Beispiel des Sequoia-Baumes

Sequoien gehören zu den größten Bäumen, die es gibt. Sie können bis zu 2.200 Jahre alt werden, und erreichen eine Höhe von 379,1 Fuß mit einem Durchmesser von bis zu 26 Fuß. Zu ihnen zählt der höchste Baum der Welt.

Zwischen ihnen zu wandern ist ein Augenöffner, so ähnlich wie während dem Flug aus dem Fenster hinunterzusehen. Es ist einfach zu begreifen, wie klein und schwach wir als Menschen sind. Nur durch die Erhabenheit Allahs (azza wa jall), sind wir in der Lage zu bauen, zu schaffen, zu zerstören und voranzuschreiten. Zu Seinem Segen gehört unsere geistige Fähigkeit, die uns sogar erlaubt, unsere unmittelbaren physischen Grenzen zu überwinden.

In ihrer Pracht, scheinen diese immergrünen Bäume an der Welt um sie herum nicht interessiert zu sein – das Pfeifen des Windes, die glühende Hitze und die eisige Kälte haben keine sichtbaren Auswirkungen auf sie. Und doch, sind es diese Bäume, die dafür bekannt sind einfach so blindlings umzufallen, ohne Ankündigung.

Allah sagt im Qur’an:

    Siehst du nicht, wie Allah das Gleichnis eines guten Wortes prägt? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sind und dessen Zweige bis zum Himmel (ragen). [14:24]

    Er bringt seine Frucht zu jeder Zeit mit der Erlaubnis seines Herrn hervor. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, auf dass sie nachdenken mögen. [14:25]

    Und das Gleichnis eines schlechten Wortes aber ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde entwurzelt ist und keinen Halt im Boden hat. [14:26]

    Allah stärkt die Gläubigen mit dem fest gegründeten Wort, in diesem Leben wie im künftigen; und Allah lässt die Frevler irregehen; und Allah tut, was Er will. [14:27]

Allahu akbar! Obwohl die Sequoia überdimensional wachsen kann, kann sie aufgrund ihrer flachen Wurzeln einfach zufällig umfallen. Kleinere Bäume, mit nur einem Bruchteil ihrer Größe, sind nicht dafür bekannt grundlos umzufallen, wegen der stärke ihrer Wurzeln verglichen zu ihrer Größe: je größer der Baum, desto stärker und tiefer muss die Wurzel sein.

In seinem Tafsir sagt ibn Kathir: „Ali ibn Abi Talha berichtete, dass Abdullah ibn Abbas Allahs Aussage kommentierte, in dem er sagte: … „ein gutes Wort“ bezieht sich auf die Bezeugung von La ilaha illallah (Es gibt keinen Gott, außer Allah); während „ein guter Baum“ sich auf den Gläubigen bezieht; und „dessen Wurzeln fest sind“ deutet darauf hin, dass La ilaha illallah fest im Herzen der Gläubigen ist…“ Weiterlesen →

11. Dezember 2009

Aufrichtigkeit dem Geliebten gegenüber

Jeder, der schon mal verliebt war, weiß, was es bedeutet, jemanden in den Himmel zu heben. Wenn man verliebt ist, richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Person, die man liebt. Alles was man tut, ist für sie. Wenn man in der Früh aufsteht, hat man ihren Namen im Sinn. Und wenn man ins Bett geht, ist es ihr Gesicht, das man im Geiste sieht.

Die Gedanken an sie überwältigen einen, und man ist wie besessen gewisse Dinge zu tun, um sie zu beeindrucken. Die geliebte Person ist die einzige, die man sieht.
Man würde fast alles tun, um sie glücklich zu machen – selbst wenn dies bedeuten würde, andere dafür unglücklich zu machen.

Manchmal werden sogar die Wünsche der eigenen Eltern irrelevant, übertroffen von dem Wunsch allein diese Person zu erfreuen.
Was andere denken wird unbedeutend, alles was zählt ist der/die Geliebte. Alles was man tut, macht man nur um sie zu erfreuen, und sonst niemanden.

All das, tun wir für ein anderes menschliches Wesen, das wir lieben. Aber unsere Liebe zu Allah beflügelt uns selten zu solch einer Aufrichtigkeit.
Trotz der Tatsache, dass Aufrichtigkeit (ikhlas) in unserer Anbetung absolut notwendig ist.

Allah sagt im Qur’an:
„Und ihnen wurde nur geboten, Allah allein aufrichtig zu dienen, die Irrlehren zu meiden, auf dem geraden Weg zu beharren, das Gebet zu verrichten und die Zakat zu entrichten. Und das ist die Religion der Geradlinigkeit.“ [98:5]

Aufrichtigkeit bedeutet das Herz von allen anderen Beweggründen zu reinigen, und einzig das Wohlgefallen Allahs zu suchen.
Ohne Aufrichtigkeit werden unsere guten Taten nicht angenommen.

Der Gesandte Allahs, Friede und Segen auf ihn, sagte:
„Wahrlich, Allah nimmt keine Tat an, außer welche aufrichtig für Ihn verrichtet wurde, und um Sein Angesicht (damit) anzustreben.“ (an-Nasai)

Noch beängstigender ist die Tatsache, dass der Mangel an Aufrichtigkeit eigentlich eine Sünde ist.

Der Gesandte Allahs, Friede und Segen auf ihn, sagte:
„Wer Wissen erlernt, mit dem man das Gesicht Allahs wollen sollte und es nur erlernt, um damit etwas vom Diesseits zu bekommen, der wird den Geruch des Paradieses am Tag der Auferstehung nicht finden.“ (Abu Dawud)

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9. Dezember 2009

Über die Furcht..

Dhun-Nun al-Misri wurde gefragt: „Wann hat ein Diener wirkliche Angst?“
Er antwortete: „Wenn er in demselben Zustand wie ein Kranker ist, der Schutz bei Allah sucht, weil er Angst hat, dass sich seine Krankheit hinziehen wird.“

Abu’l-Qassim al-Hakim sagte: „Wer sich vor etwas fürchtet, flieht davor, während der, der sich vor Allah fürchtet, zu Ihm flieht.“

Al-Fudayl ibn ’Iyadh sagte: „Wenn ihr gefragt werdet ob ihr Allah fürchtet oder nicht, antwortet nicht; denn wenn ihr „Ja“ sagt, würdet ihr lügen, und wenn ihr „Nein“ sagt, würde dies bedeuten, dass ihr nicht an Ihn glaubt.“

Yahya ibn Mu’adh sagte: „Jeder schlechten Tat, die ein Gläubiger begeht, folgen zwei Konsequenzen: die Furcht vor der Bestrafung und die Hoffnung auf Vergebung.“

Al-Fudayl ibn ’Iyadh sagte: „Wer auch immer Allah fürchtet, der wird durch diese Furcht zu allem Guten geleitet.“

Musa ibn Mas’ud sagte: „Immer wenn wir in der Gesellschaft von Suffyan gesessen sind, hatten wir, aufgrund der Furcht und Panik, die wir in seinen Augen sehen konnten, das Gefühl, als ob uns das Feuer umringt hätte.“

[„Purification of the Soul” aus den Werken von ibn Rajab, ibn al-Qayyim und al-Ghazali]

8. Dezember 2009

Zwei Diener – Zwei Welten

Jemand, der sich im Gebet, entweder mit seinen Augen oder seinem Herzen abwendet, gleicht einem Mann, den der König zu sich bestellt und vor sich gesetzt hat, und gerade als der König seinen Namen ruft und ihn anspricht, dreht sich der Mann, nach links und rechts, von ihm weg, und sein Herz wendet sich ab. Und da sein Herz abwesend ist, versteht er nichts von dem, was der König zu ihm sagt. Was sollte dieser Mann vom König dafür erwarten? Sollte er nicht zumindest annehmen, den Palast – zurückgewiesen, verstoßen und ohne Beachtung – zu verlassen?

Dieser Betende gleicht keineswegs demjenigen, dessen Herz zugegen ist; im Gebet zu Allah gerichtet, und der Erhabenheit des Einen, vor Dem er steht, so bewusst, dass sein Herz mit Ehrfurcht erfüllt ist, sein Kopf sich neigt, und er sich vor seinem Herrn schämen würde, jemanden anderen anzusehen oder sich abzuwenden.

Bezüglich dieser zwei Gebete sagte Hasan bin ’Atiya: „Zwei Männer können das Gebet Schulter an Schulter verrichten, und dennoch liegt zwischen ihren zwei Gebeten eine Kluft, so groß wie die Entfernung zwischen Himmel und Erde. Dies, weil einer von ihnen sein Herz Allah zugewandt hat, während der andere vergesslich und unachtsam ist.“

[Übersetzt aus dem Englischen, al-Wabil as-Sayyib min al-Kalim at-Tayyib von ibn Qayyim]

-Fünf Stufen-

5. Dezember 2009

Auf der Suche nach Wissen

Die frühen Generationen der Muslime reisten, aufgrund des starken Wunsches nach (religiösem) Wissen, auf der Suche nach einem einzigen prophetischen Hadith, in ferne Länder.
Abu Ayyub Zayd ibn Khalid al-Ansari reiste von Madinah nach Ägypten, um einen Gefährten zu treffen, denn er hatte gehört, dass dieser Gefährte einen bestimmten Hadith vom Propheten berichtete. Gleichermaßen reiste Jabir ibn Abdullah, obwohl er selbst viel vom Propheten (sallallahu alayhi wa sallam) gehört hatte, in einem Monat nach Syrien um einen einzelnen Hadith zu hören.
Ohne zu zögern reisten diese Männer, um das Wissen zu erwerben, das sie nicht besaßen, zu jemandem von geringer Stellung und lernten.

Ein bemerkenswertes Beispiel für eine derartige Reise, berichtet Allah subhanahu wa ta’ala im Qur’an über die Reise von Moses mit seinem jungen Gefährten. Wenn es jemals eine Person gab, die es nicht nötig hatte auf der Suche nach Wissen zu verreisen, war es Moses (Friede auf ihm), denn Allah hatte mit ihm gesprochen, und ihm die Torah gegeben, worin alle göttlichen Grundsätze offenbart worden waren.
Dennoch, als Allah ihn über einen Mann (namens Khidr) informierte, der mit Wissen gesegnet worden war, fragte Moses an, ihn zu treffen, und machte sich mit seinem jungen Gefährten auf den Weg um diesen Khidr zu finden, wie Allah, der Erhabene, sagt:

„Und Moses sagte zu seinem jungen Diener: „Ich will nicht eher rasten, als bis ich den Zusammenfluss der beiden Meere erreicht habe, und sollte ich jahrhundertelang wandern.“ [18:60]

Allah informiert uns dann darüber, dass als Moses Khidr traf, er ihn fragte:

„Darf ich dir folgen, damit du mich von dem Wissen, das dir gegeben wurde, lehrst?“ [18:66]

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2. Dezember 2009

Erteilen von Ratschlägen

Zu den Sitten und Manieren der Salaf gehörte das gegenseitige Erteilen von Ratschlägen. Die Älteren waren nicht beleidigt, wenn sie von Jüngeren Ratschläge erhielten.
Ganz im Gegensatz zu den gedankenlosen Menschen, die es heutzutage gibt.

Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Religion ist Nasiha.“ [Aufrichtigkeit/guter Rat] Wir fragten: „Wem gegenüber?“ Er sagte: „Gegenüber Allah, Seinem Buch, Seinem Gesandten, den Führern der Muslime und dem Volk!“ [Muslim]

Sie nahmen Rat an und dankten dem Ratgeber. Auch wenn sie ihr ganzes Leben lang dieser Person gegenüber mildtätig waren, dachten sie, dass sie ihre Schuld bei ihrem Ratgeber nicht völlig beglichen hätten. Denn die Angelegenheiten die das Jenseits betreffen, können nicht mit den wertlosen Dingen der Dunya verglichen werden.

Eine Person sagte zu Hasan al-Basri (rahimahullah): „Erteile mir Rat.“ Er antwortete dem Mann: „Ehre die Befehle Allahs wo immer du bist, und Allah wird dich ehren, wo immer du bist.“

Sie schrieben einander, selbst wenn sie in weit entfernten Ländern lebten. Die beratene Person nahm den Ratschlag an und bedankte sich beim Ratgeber, doch heutzutage ist es genau andersrum. Heute kann man selten jemandem einen Rat erteilen, ohne dass diese Person einen auf die eigenen Fehler hinweist oder beleidigend wird.

Ta’wus schrieb Makhul (rahimahullah) und sagte nach dem Friedensgruß: „Mein Bruder! Hüte dich davor, dich selbst aufgrund deiner Taten, im Angesicht Allahs auf einem hohen Rang zu sehen. Jemand, der so über sich denkt, wird mit leeren Händen ins Jenseits gelangen. Wenn dich die Leute aufgrund deiner Taten loben, dann nur deshalb, damit dir deine Belohnung übereilt in dieser Dunya gegeben wird.“

O Bruder! Sei dir dieser Tatsachen im Klaren, ermahne dich selbst und dann deine muslimischen Brüder, mündlich oder schriftlich, und hüte dich davor beleidigt zu sein, wenn dir jemand einen Rat erteilt.

[Min Akhlaq as-Salaf von Ahmad Fareed]

25. November 2009

Ich war krank, und Du hast mich nicht besucht!

O Diener Allahs, fürchtet Allah; mit der Furcht vor Allah erlangt man den höchsten Grad der Taqwa, und die Taten werden gereinigt. Gedenkt Seiner und dankt Ihm stets; im Gedenken an Allah finden die Herzen Ruhe, und durch den Dank, bleibt Euch Euer Segen erhalten. Verrichtet rechtschaffene Taten, denn die beste Vorkehrung sind rechtschaffene Taten.

Geschwister, gute Taten im Islam umfassen alle Arten der Rechtschaffenheit. Jede rechtschaffene Tat, sprich jedes gute Verhalten – ist eine gehorsame Handlung, und eine Tat die Allah gefällt.
Wenn der Muslim spricht, ist es ein freundliches Wort. Wenn er geprüft wird, zeigt er tadellose Geduld, und wenn er sich streitet (unterschiedlicher Meinung ist), vergibt er großzügigerweise.

Die Reinheit des Deen und die Schönheit der Shariah wird klar, noch klarer mit gutem Charakter und aufrichtigen Taten, die der Muslim seinen Brüdern gegenüber zeigt.

Der Gesandte Allahs (sallallahu alayhi wa sallam) sagte: „Ein Muslim hat einem anderen Muslim gegenüber sechs Pflichten:
1) Wenn du ihn triffst, grüße ihn.
2) Wenn er dich einlädt, sollst du seine Einladung annehmen.
3) Wenn er dich um Rat bittet, rate ihm aufrichtig.
4) Wenn er niest und Allah (mit den Worten Alhamdulillah) lobt, dann antworte ihm (mit den Worten ‘Yarhamuk Allah’).
5) Wenn er krank ist, sollst du ihn besuchen, und
6) wenn er gestorben ist, folge ihm (seinem Begräbniszug). [Muslim]

Es gehörte zu den Umgangsformen der Salaf, dass, wenn sie einen von ihren Brüdern vermissten, sie sich nach ihm erkundigten. Wenn dieser weg war, dann sprachen sie Bittgebete für ihn und kümmerten sich während seiner Abwesenheit um seine Familie, und wenn er anwesend oder krank war, besuchten sie ihn.

Al-A’mash sagte: „Wir pflegten zusammen zu sitzen, und wenn wir eine Person drei Tage lang nicht sahen, erkundigten wir uns nach ihm, und wenn er krank war, besuchten wir ihn.“

Der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) hat gesagt: „Solange ein Muslim beim Besuch seines kranken Glaubensbruders ist, genießt er die Paradies-Khurfa, bis er heimkehrt.“
Man fragte ihn: „O Gesandter Allahs! Was ist die Khurfa des Paradieses?“
Er antwortete: „Seine vollreifen Früchte.“ [Muslim] Weiterlesen →